Nachhaltig einkaufen: Lost im Infodschungel?

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Infos gesucht zu regionalen Bio-Lebensmitteln aus Fairem Handel? Oder Möglichkeiten zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und unnötigen Plastik-Verpackungen? Unsere Übersicht führt dich schnell ans Ziel!

Mann im Supermarkt an Obsttheke
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Garantiert genial: bio, fair, regional & saisonal

Informationen  zu den Produktionsbedingungen geben dir bestimmte Siegel. Biosiegel auf den Verpackungen weisen auf eine umweltfreundlichere und bei tierischen Produkten tiergerechtere Produktion hin. Die biologische Landwirtschaft nutzt andere Anbaumethoden und verzichtet auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie Kunstdünger. Das schützt Böden, Gewässer und Landschaft und trägt dazu bei, das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten aufzuhalten. Bei verpacktem Fleisch gibt es inzwischen häufig eine Angabe zur „Haltungsform“, wobei Stufe 3 und 4 auf deutlich bessere Bedingungen für die Tiere hinweisen. Und bei Milchprodukten bietet Weidehaltung Vorteile für Tiere und Umwelt. Siegel für Fairen Handel helfen, weltweit die Lebensbedingungen derjenigen, die deine Lebensmittel für dich produzieren, und ihrer Familien zu verbessern.

Woher dein Essen kommt, spielt ebenfalls eine große Rolle. Es gilt: Je näher, desto besser. Regionale Lebensmittel, die in deiner Nähe gewachsen sind und verarbeitet wurden, brauchen weniger Energie für den Transport, können reifer geerntet werden, sind damit schmackhafter und oft wegen der kurzen Wege frischer. Am wenigsten Ressourcen verbraucht saisonales Obst und Gemüse aus Freilandanbau. Denn auch der Anbau in Gewächshäusern, zumal in beheizten, kostet viel Energie und verursacht Treibhausgase. Einen Überblick, was wann bei uns reif ist, gibt der Saisonkalender. Per Flugzeug zu uns transportierte Produkte verursachen besonders viele klimaschädliche Emissionen. Leider muss das Transportmittel aber nicht gekennzeichnet werden. Manchmal werden exotische Früchte wie Ananas, Papayas und Mangos explizit als Flugware beworben. Außerdem lässt sich bei empfindlichen Früchten wie Beeren und Trauben besonders aus Asien, Südamerika und Südafrika aufgrund der kurzen Haltbarkeit schließen, dass sie kaum auf diesen langen Wegen per Schiff oder LKW transportiert worden sein dürften. 

Nachhaltiger Einkauf – günstig und entspannt!    

Gemüse auf dem Markt
upixa / AdobeStock

Dein Budget ist begrenzt, klar. Du willst vielleicht auch auf manche Dinge nicht verzichten, um mehr Geld für das Essen auszugeben. Aber nachhaltige Optionen müssen nicht unbedingt teuer sein. Und du musst auch nicht immer zum Bioladen oder Markt am anderen Ende der Stadt fahren. Am besten sind kurze Wege, die du zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegst. Denn deine Einkäufe mit dem Auto zu transportieren ist im Verhältnis klimaschädlicher als der LKW, der die Tomaten zum Supermarkt fährt. Auch beim Discounter oder im Supermarkt um die Ecke bekommst du viele Bioprodukte sowie Obst und Gemüse aus deiner Nähe und immer öfter ohne große Verpackungen. Wenn davon mehr gekauft wird, zeigt das den Händlern zudem, dass Nachhaltige Produkte gewünscht sind. Wenn du das, was in deiner Region gerade reif ist, günstig einkaufen möchtest, könntest du dich zum Beispiel auch auf einem Markt umschauen. Weitere Möglichkeiten sind Hofläden, Bioläden sowie „Biokisten“ und regionale Lieferdienste, wenn es solche in deiner Nähe gibt. Über Initiativen wie Foodsharing kannst du sogar Lebensmittel kostenlos erhalten. Diese würden sonst im Müll enden, obwohl sie noch gut sind. Zu sozialer Nachhaltigkeit kannst du beitragen, indem du bei lokalen Handwerksbetrieben wie traditionellen Bäckereien und Metzgereien kaufst. Wenn du noch weiter gehen und dich aktiv einbringen möchtest, sind vielleicht Food-Coops, Solidarische Landwirtschaft oder Gemeinschaftsgärten für dich interessant. Wie Du zur Rettung von Lebensmitteln beitragen kannst, und welche Initiativen es in NRW gibt findest du in dieser Übersicht

Unverpackt? Geht klar!

Weniger Verpackung ist mehr – mehr Umweltschutz! Achte auf möglichst wenig Verpackung um deine Lebensmittel herum. Verpackungen aus Glas oder Pappe sind ökologisch insgesamt nicht besser als Plastikverpackungen, berücksichtigt man das Material und die Energie für die Herstellung, den Transport und die Entsorgung oder Verwertung. Je nach Material ist es außerdem möglich, dass Chemikalien aus Verpackungen in Lebensmittel übergehen, vor allem bei hohem Fettgehalt und wenn sie auf großer Fläche direkten Kontakt haben.

Diverse Gemüsesorten
Natalia Lisovskaya / AdobeStock

Daher ist Vermeiden die beste Lösung. Wenn du Lebensmittel in Mehrwegverpackungen bekommen kannst, dann nimm lieber die. Große Packungen haltbarer Lebensmittel wie Reis und Nudeln sparen Material im Vergleich zu vielen kleinen Verpackungen. Also diese Zutaten ruhig mal auf Vorrat kaufen. Besonders Obst und Gemüse wird oft auch lose angeboten: Du kannst eigene Beutel mitnehmen und so Abfall vermeiden. In Unverpacktläden, die es in immer mehr Städten, aber auch als Abteilungen in großen Supermärkten gibt, kannst du auch andere Lebensmittel in deine eigenen Gefäße abfüllen, die du immer wieder verwenden kannst. Fragen und Antworten rund um das Thema Plastik findest du hier

Und für die Verpackungen, die du nicht vermeiden kannst, gilt: Richtig entsorgst du Glasverpackungen im Glascontainer, Papier und Pappe in den Papiercontainer und sonstige Verpackungen in der gelben Tonne. Dann wird alles so gut es geht recycelt.
 

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz